Philosophie

Theoretische Grundlegung meines künstlerischen Schaffens



Das Ergebnis der produktiven Tätigkeit in Form bildnerischer Entäußerung hängt in Bezug auf die Darstellung von Greifbarem von 3 Faktoren ab:

- der Erscheinung;
- der Apperzeption der Erscheinung, d.h. der bewussten Wahrnehmung und
- der Reproduktion der gewonnenen Gesichtsvorstellung.

Der Gegenstand aber bietet sich nicht in allen Lagen und Beleuchtungen als derselbe dar, so dass je nach Lichteinfall und Standpunkt des Betrachters Differenzen in der Form- und Farbwahrnehmung festgestellt werden können.

Kinder zeichnen Objekte oftmals in ihrer Ganzheit. Sie wechseln dabei innerlich den Standort und klappen das Gesehene in die Zweidimensionalität auf. Somit werden sie dem Abzubildendem gerecht und Negieren das Problem der unterschiedlichen Wahrnehmung.

Mein künstlerisches Schaffen konzentriert sich auf eine ganzheitliche Wahrnehmung des Gegenstandes auf der einen Seite und auf der anderen Seite zeigt es Möglichkeiten auf, diesen zu zergliedern, einzelne Aspekte an ihm wichtig werden zu lassen und Symbole zu schaffen.

Ich benutze in unterschiedlicher Zusammenstellung und Ausprägung diverse Gestaltungstechniken, die der Kinderhand entstammen:
1) Reduzierung auf wesentliche Formelemente nach dem Prinzip der Einfachheit;
2) Konzeptkritzelei/ Vorschematisches Zeichnen/ Kopffüßler;
3) Drehbewegung des Blattes und der daraus resultierenden Negierung von Richtungsrelationen;
4) Rechtwinkligkeit des Dargestellten (orthogonales Raumkonzept);
5) Bedeutungsgrößen;
6) Exemplarisches Detail;
7) Röntgenbild;
8) Prägnanztendenz durch Umklappung;
9) Bauenden Charakter;
10) Anschaulich- expressive Darstellung;
11) Merkmals- und Bedeutungsfarben;
12) Starke Farbkontraste;
13) Intensive Farbigkeit in hochwertiger Qualität.

Die entstandenen Bilder sind einprägsam und humorvoll. Glaubt man Ben Lewis scheine ich damit im Trend zu sein, da die „versteinerte Ernsthaftigkeit, die die Kunst des 20. Jahrhunderts zur Schau stellte, (…) unter großem Gelächter endgültig aufgeflogen (ist)“. ^1 Humor ist „Trend der Stunde“(ebd.), aber auch Fortführung einer Tradition, die mit der Geburt des Dadaismus spross und sich bereits durch das 20. Jahrhundert zog. An dieser Stelle sei meine überaus große Liebe zu Kurt Schwitters, Hugo Ball, Tristan Tzara und Richard Huelsenbeck genannt. Ich bewundere die Entwicklung einer politischen Sprache, die mit allen Mitteln nichts und alles sagen kann. Das Jonglieren der Buchstaben mittels der Tastatur ist der begrenzende schwarze Strich auf der Spanplatte. Überall wohin der Betrachter das Auge setzt wird er ein „Cabaret Voltaire“ entdecken. Es lacht ihn an! Nicht aus!
Und die Karawane zieht. Gadji beri bimba.

Kennen Sie Campbells Suppen? Es ist ein reichhaltiges Angebot von „Pepper Pot“ und „Tomato“ über „Chicken“ bis hin zu „Vegetable Beef“. Diese Suppen faszinieren mich.
Ich habe sie noch nie gegessen. Ich weiß nicht einmal, ob es sie im Handel gibt. Hier in Deutschland jedenfalls nicht. Im Amerika der 60er Jahre wohl eher. Vielleicht hat Andy Warhol die eine oder andere rot-weiße Dose geöffnet, ihren Inhalt erwärmt und sich daran die Zunge verbrannt.
Wie gesagt, sie üben auf mich eine gewisse Faszination aus. Und nicht nur das. Ich bin ihnen ergeben. Sie werden vielleicht ab und zu eine Dose in meinen Bildern wieder finden. Und wenn nicht diese, so lächelt ihnen wenigstens eine Marilyn entgegen.

Pop- Art ist demnach die dritte Inspiration meiner Arbeit.


Meine Bilder sind durchdacht. Nichts ist zufällig. Kein Strich, der mit Schwung aufgetragen wurde, kein Farbspritzer. Sie sind Zeugen eines langen Schaffensprozesses – einer Skizze, einem Farbentwurf, einem Schritt - für – Schritt – Übertragen mit Hilfsmitteln wie Transparentfolie und Gitternetz à la Caspar David Friedrich.

1 http://www.db-artmag.de/2007/4/d/1/550.php

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